Die Sage vom Kasermandl

Während der Wintermonate lebt der Legende nach nur das Kasermandl, ein Kobold, auf den verlassenen Almhütten, den Kasern. Ursprünglich lebte es als Senner auf der Umbrüggeler Alm bei Innsbruck. Da es nicht fürsorglich mit den Erzeugnissen der Alm umging, wurde es dazu verdammt, jeden Winter auf den verlassenen Almen Tirols zu hausen. Nach dem Almabtrieb muss das Kasermandl auf die Almen, um dort bis zum Almauftrieb zu verweilen. Erst dann darf es wieder hinunter ins Tal. Außerdem heißt es, in den Sommermonaten würde das Kasermandl die Milchkühe beschützen, weshalb man ihm für die kargen Wintermonate etwas Ofenholz und ein wenig Nahrung bereitstellt. Dadurch soll das Kasermandl auch für den nächsten Sommer wohlwollend gestimmt werden, denn ein erzürntes Kasermandl würde womöglich die Kühe schlecht behandeln. Für Menschen war es in dieser Zeit verpönt, sich auf den Almen aufzuhalten, denn das Kasermandl gilt als tückisch und nicht sehr freundlich. Aus diesem Aberglauben heraus entstand der Brauch des Kasermandl-Gehens: Am Vorabend von Martini gingen Kinder als Kasermandl verkleidet von Haus zu Haus, sagten Gedichte auf, sangen Almlieder und verteilten Almspezialitäten. Aber dieser Brauch wird heute leider nicht mehr gelebt.

Leave a Reply

 

 

 

You can use these HTML tags

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>